Der Körper im Ausnahmezustand
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion, der sogenannten Hyperthyreose, produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Das führt dazu, dass der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren läuft. Anders als bei der Unterfunktion sind die Symptome oft intensiver und drängen Betroffene schneller zum Arzt. Dennoch wird die Erkrankung manchmal zunächst für Stress oder andere Ursachen gehalten.
Erkennungszeichen einer Überfunktion
Die überschießende Hormonproduktion äußert sich in einer Vielzahl körperlicher und psychischer Beschwerden:
- Herzrasen, Herzstolpern oder unregelmäßiger Herzschlag
- Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit
- übermäßiges Schwitzen und Wärmeempfindlichkeit
- innere Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen
- Zittern der Hände
- häufiger Stuhlgang bis hin zu Durchfall
- Muskelschwäche, besonders in den Oberschenkeln
Bei der häufigsten Form der Überfunktion, dem Morbus Basedow, kann es zusätzlich zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und einem charakteristischen Hervortreten der Augäpfel kommen.
Ursachen im Überblick
Die Ursachen einer Hyperthyreose sind vielfältig. Am häufigsten sind in Deutschland:
- Morbus Basedow: eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Schilddrüse ständig zur Hormonproduktion anregen
- Schilddrüsenautonomie: einzelne oder mehrere Knoten in der Drüse, die sich der normalen Steuerung entziehen und selbständig Hormone produzieren
- Jodüberschuss: eine zu hohe Jodaufnahme, zum Beispiel durch bestimmte Medikamente, kann eine bestehende Autonomie auslösen
Diagnose und weiterführende Untersuchungen
Auch bei der Hyperthyreose ist die Blutuntersuchung der erste diagnostische Schritt. Ein erniedrigter TSH-Wert zusammen mit erhöhten Schilddrüsenhormonwerten weist auf eine Überfunktion hin. Je nach Befund werden weitere Untersuchungen veranlasst.
Eine Szintigrafie, bei der eine schwach radioaktive Substanz injiziert wird, kann zeigen, welche Bereiche der Schilddrüse besonders aktiv sind. So lassen sich Autonomieherde sichtbar machen.
Blutuntersuchungen auf spezifische Antikörper helfen zu unterscheiden, ob ein Morbus Basedow oder eine autonome Schilddrüsenfunktionsstörung vorliegt, da die Behandlung je nach Ursache unterschiedlich ist.
Mögliche Folgen einer unbehandelten Überfunktion
Wird eine Hyperthyreose über längere Zeit nicht behandelt, können ernsthafte Komplikationen entstehen. Besonders das Herz ist gefährdet: Vorhofflimmern, eine häufige Herzrhythmusstörung, tritt bei Betroffenen deutlich häufiger auf. Zudem kann der anhaltende Knochenschwund das Osteoporoserisiko erhöhen. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist daher dringend empfohlen.
