Was bedeutet Schilddrüsenunterfunktion?
Von einer Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch als Hypothyreose bezeichnet, spricht man, wenn die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone produziert. Da diese Hormone für den Energiestoffwechsel zuständig sind, verlangsamen sich viele Körperfunktionen. Die Erkrankung betrifft in Deutschland Millionen von Menschen, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.
Typische Symptome im Überblick
Die Beschwerden einer Hypothyreose entwickeln sich meist schleichend, was die Diagnose erschwert. Betroffene berichten häufig über:
- anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung ohne erkennbaren Grund
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährungsgewohnheiten
- Frieren und erhöhte Kälteempfindlichkeit
- trockene Haut, spröde Haare und brüchige Nägel
- Verstopfung und verlangsamte Verdauung
- Stimmungstiefs, Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit
- verlangsamter Herzschlag und niedriger Blutdruck
Da viele dieser Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen oder einfach durch Stress auftreten, wird die Hypothyreose manchmal erst nach langer Zeit korrekt diagnostiziert.
Häufige Ursachen
Die mit Abstand häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in Deutschland ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung. Dabei greift das Immunsystem irrtümlich das eigene Schilddrüsengewebe an und zerstört es langfristig.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- Jodmangel, vor allem in bestimmten geografischen Regionen
- operative Entfernung der Schilddrüse oder Teile davon
- Behandlung mit radioaktivem Jod bei einer vorangegangenen Überfunktion
- bestimmte Medikamente, die die Hormonproduktion hemmen
- angeborene Fehlfunktionen der Schilddrüse
Wie wird die Diagnose gestellt?
Der erste Schritt zur Diagnose ist eine Blutuntersuchung. Dabei wird vor allem der TSH-Wert gemessen, der Auskunft über die Steuerung der Schilddrüse gibt. Ein erhöhter TSH-Wert deutet darauf hin, dass die Hypophyse die Schilddrüse verstärkt anzuregen versucht, weil diese nicht genug Hormone produziert.
Wichtig: Nur ein Arzt kann anhand mehrerer Laborwerte und klinischer Zeichen eine zuverlässige Diagnose stellen. Einzelne Symptome allein reichen nicht aus.
Zusätzlich zur Blutuntersuchung kann eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse wichtige Informationen über deren Größe und Struktur liefern. Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung werden auch spezifische Antikörper im Blut gemessen.
Frühzeitige Abklärung lohnt sich
Eine unbehandelte Hypothyreose kann langfristig zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, darunter Herzerkrankungen, erhöhte Blutfettwerte und bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Wer über längere Zeit mehrere der genannten Symptome beobachtet, sollte dies ärztlich abklären lassen.
